Was ist Nachhaltigkeit? – ein Arbeitspapier

Was ist Nachhaltigkeit?

Basisdemokratische Gruppen wie Transition Town allgemein und unsere konkret setzen sich für Nachhaltigkeit ein.

Fragt man, was nachhaltig ist, kann kaum jemand eine einigermaßene Erklärung geben. „Nachhaltigkeit“ als Begriff ist schick, ist ein Muss im Vokabular. Keine öffentliche Rede mehr ohne diesen Begriff. Das eigentliche, objektive, nötige Anliegen der Nachhaltigkeit gerät zum Manierismus.

Klarheit aber ist nötig, will man für Nachhaltigkeit als zentrales Handlungsmotiv und -ziel eintreten und ernst genommen werden.

Mangels allgemeingültiger Definitionen und definitiven Bestimmungen schlage ich als Arbeitsdefinition vor:

„Nachhaltigkeit ist die Verantwortung, dass künftige Generationen ein würdiges menschliches Leben auf der Erde mit allen nötigen Ressourcen führen können.“

Kurzdefinition:
„Nachhaltigkeit ermöglicht künftigen Generationen, mit allen nötigen Ressourcen zu leben.“
(Manfred Ebel)

wikipedia
Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-(dtsch: Mittel-; M.E.)Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.

BUND
„Europa nutzt zu viele Ressourcen und ist vom Import stärker abhängig als andere Weltregionen. Zu diesem Schluss kommt ein gemeinsamer Bericht von Friends of the Earth Europe (FoEE), dem österreichischen Forschungsinstitut SERI und Global 2000 (FoE Austria).“

BMBF
???

Lexikon der Nachhaltigkeit
„Definition „Nachhaltige Entwicklung“
Von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung wurde nachhaltige Entwicklung so definiert:

‚Nachhaltig ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.’

‚Dauerhafte (nachhaltige) Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Zwei Schlüsselbegriffe sind wichtig:

  • der Begriff Bedürfnisse, insbesondere die Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt sollen Priorität haben
  • der Gedanke von Beschränkungen, die der Stand der Technologie und der sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt ausübt, gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse zu befriedigen.’

‚Dementsprechend müssen die Ziele wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit definiert werden, in allen Ländern – Industrie- und Entwicklungsländern, marktorientierten oder zentral gelenkten.’

‚Die Menschheit ist einer nachhaltigen Entwicklung fähig – sie kann gewährleisten, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen.’“

Abiturientinnen sind manchmal klüger als vermeintliche Vordenker

Ressourcen (Mittel)
Grundsätzlich ist unverantwortlich, heute festzulegen, mit welchen Ressourcen künftige Generationen leben wollen oder/und müssen.

Bedürfnisse sind historisch konkret und können also von vorausgehenden Generationen kaum prognostiziert und von nachfolgenden Generationen vermittels ihrer politisch motivierten Geschichtsbilder, also vereinseitigt und fehlerbehaftet, nur annähernd beschrieben werden.

Bezüglich einvernehmlichen und nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen können nur ebenso einvernehmliche Konsense für Gruppen von Bedürfnissen gelten. Erinnert sei an die Maslowsche Bedürfnispyramide.

Umweltressourcen
Luft
Wasser
Boden
Klima
Bodenschätze
Energieträger/Energiewandlung
Nahrungskreislauf
Flora/Fauna (z.B. Wald in seiner Wortbedeutung; kompletter ausgewogener, d.h. stabiler Nahrungskreislauf)

irreversible Umweltschädigungen
Müll (nicht aufbereitbare Reststoffe)

soziale Ressourcen
Bevölkerung
Nationen, nationale Vielfalt
nationale Sprachen (mündlich und schriftlich)
gesellschaftliches Miteinander
Wohn- und nichtgewerblich genutzte Gesellschaftsbauten
Infrastruktur
Verwaltung
Bildung (Hinweis für Leser von Exzerpten)
Wissen
Kunst
Demokratie

Grundsätzliche Ausschlüsse, was Nachhaltigkeit ist bzw. Nachhaltigkeit schädigt:
nur individuelle Ziele, Egoismen
kapitalistisches Wirtschaften
jegliche Ausbeutung
kurzfristige Lustbefriedigung
Mainstream
Mode/n
Politik

(Autor: Manfred Ebel; Stand: 27.9.13; Quellen: siehe Verknüpfungen)

Auf „Transition Initiativen in Deutschland“ hatte ich auf das Thema aufmerksam gemacht. Jonas hat dort Kommentare eingestellt.

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3 Antworten zu Was ist Nachhaltigkeit? – ein Arbeitspapier

  1. Susan Ebel schreibt:

    Hallo allen Interessierten,
    wir, also Manfred und ich, haben schon mehrfach über das Thema gesprochen. Nun will ich meine Meinung auch Euch allen kund tun:
    Ich verstehe unter Nachhaltigkeit ein Handeln, bei dem entweder Bestehendes erhalten wird oder Neues mit langem Bestand hergestellt wird. Zu Ersterem zähle ich das Verwenden von Mehrweggegenständen (z.B. ein Handtuch an Stelle von Papiertüchern) genauso wie das Reparieren von defekten Gegenständen (z.B. einen neuen Reißverschluss in die Hose einnähen anstatt eine neue Hose zu kaufen). Neue Gegenstände sollen ihrem Zweck entsprechend lange halten. Was nutzt mir z.B. ein Rasenmäher, der nach der ersten Nutzung schon an seinen „Sollbruchstellen“ scheitert oder ein elektrischer Rasierapparat, der mit einem Wackelkontakt nicht mehr reparabel ist und damit auf dem Müll landet. Beide Geräte sollen mit möglichst wenig „Sollbruchstellen“ ausgestattet sein und wenn sie doch einmal kaputt gehen, will ich sie reparieren (lassen) können.
    Ich glaube, dass da jeder Einzelne von uns viele Möglichkeiten hat oder findet, selbst Nachhaltigkeit zu üben.
    Und wenn wir als Kunden unsere „Nachfragen am Markt“ entsprechend ändern, muss auch die Wirtschaft irgendwann einlenken. Derzeit diktiert uns die Wirtschaft noch, was wir unbedingt brauchen. Die Wirtschaft orientiert sich jedoch am eigenen Gewinn, nicht an der Nachhaltigkeit.

    • Frank Grädler schreibt:

      Sehr geehrte Frau Ebel,
      ich gebe Ihnen in vielen Dingen recht. Jedoch muss auch bedacht werden, dass nachhaltige Sachen im Einkauf mehr kosten. Ich möchte das an einem Beispiel einer Spülmaschine darstellen. Eine Mielespülmaschine verbraucht weniger Energie, Wasser und ist sehr langlebig. In unseren Köpfen wird uns: „Geiz ist geil“ immer wieder eingeredet. Nun gibt es Familien, die sich so eine Spülmaschine nicht leisten können, da ihr Einkommen es nicht zulässt. Auch machen sich einige Bürger nicht die Gedanken darüber, dass bei einer Laufzeit von 10 Jahren die preiswertere Spülmaschine wesentlich teurer (inkl. der Betriebskosten) ist, als die Mielespülmaschine. Hier bedarf es noch Aufklärung. Letztendlich will die Industrie (oder irgendjemand anders), dass wir immer weiter konsumieren. Sollen doch auch Arbeitsplätze gesichert werden? Geht es wirklich nur darum? Ich denke, beschäftige die Leute, dann bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Mit einer gezielten Ablenkung in den Medien wird man alles daran setzen, das man nicht zum Nachdenken kommt. Denn wer nachdenkt, wird unbequem. Dieses Thema ist sicher sehr viel umfangreicher, als wir uns das vorstellen können. Aufklärung ist bestimmt auch ein Baustein für Nachhaltigkeit.
      Ich bedanke mich, dass ich hier meine Meinung mitteilen durfte. Umso mehr Menschen nachdenken, umso mehr Bewegung kommt ins große Spiel des Lebens.

      MfG Frank Grädler

      • Susan Ebel schreibt:

        Sehr geehrter Herr Grädler,
        meine vereinfachte Darlegung schließt ein Nachdenken beim oder besser noch vor dem Einkauf nicht aus. Natürlich! – Spülmaschinen oder Rasenmäher kaufen wir nicht jeden Tag. Da ist ein Recherchieren, Informieren, Nachrechnen und letztlich auch Nachdenken gefordert, wenn man auch nur ansatzweise „nachhaltig einkaufen“ möchten. Der Kaufpreis ist ja nur die Erstinvestition. Die laufenden Kosten, wie bspw. Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Haltbarkeit … werden wohl nie auf „Geiz-ist-Geil“-Parolen zu finden sein. Genausowenig wie die tatsächlichen Kosten bei Slogans wie z.B. „Kauf 2 Stück und nimm 3“ oder „2 Kilo sind günstiger als 1 Kilo“. Warum müssen Ressourcen für 3 Stück vergeudet werden, wenn ich nur ein Stück benötige? Ist der Preis von 2 Kilo wirklich günstiger, wenn ich dann letztlich doch noch die Hälfte wegwerfen muss, weil ich sie nicht rechtzeitig verbrauchen konnte?
        Ja, ich gebe Ihnen Recht: Die Medien machen einem das Nachdenken schwer. Dort geht es nicht um Nachhaltigkeit in unser beider Sinn, sondern wie auch schon in meinem ersten Beitrag gesagt, um Gewinn und Macht.
        Um so wichtiger ist es, sich im Nachdenken zu üben und sein Handeln entsprechend zu prüfen.

        Beste Grüße
        Susan Ebel

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