Pressemitteilungen

Gärtnern am Bahnsteig – Bahnhofsinitiative pflanzt wieder Blumen und Gemüse für jedermann

TREBBIN 28.05.2013 – Ihr Mittagessen hat Uta Klag bereits zusammen. In einem Eimer hat sie einen Bund Radieschen und eine gute Portion Rucola gepackt. Ihren Salat hat sie gerade frisch im Gemüsebeet am Trebbiner Bahnhof geerntet. „Die ersten drei Erdbeeren habe ich auch schon gegessen“, sagt die Stadtverordnete (Unabhängige Freie Wähler) und Mitstreiterin der Bahnhofsinitiative. Gestern traf sie sich mit drei weiteren Freiwilligen am Gleis, um das Außengelände zu verschönern.

„Der Bahnhof ist schließlich ein Anlaufpunkt für viele Gäste. Wir wollen, dass er wieder manierlich aussieht. Und bis zur 800-Jahr-Feier soll er noch richtig aufgehübscht werden“, sagte Angela Knaps, die gestern fleißig das Unkraut aus der Erde rupfte, um Platz für neue Gemüsepflänzchen und Blumen zu schaffen.

In ihrem blauen Plastikkübel hat Knaps Zucchini-Zöglinge und Sonnenblumen mitgebracht. Die sollen künftig ebenso wie Salate, Kresse, Kohlrabi, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Denn die Bahnhofsinitiative lädt bereits zum zweiten Mal in ihren öffentlichen Garten. „Jeder darf etwas ernten, gießen, Unkraut jäten oder selbst etwas dazu setzen“, ruft Uta Klag die Trebbiner und die Bahnreisenden auf. (Von Nadine Pensold)

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Seit gut einem Jahr wird der Trebbiner Bahnhof aufgehübscht – zur Festwoche wird er geöffnet

TREBBIN 25.05.2013 – Das Bahnhofsgebäude in Trebbin wird immer mehr herausgeputzt. Seit einem Jahr kümmert sich die Initiative „Hier tut sich was“ (TUT) darum, dass dem Ziegelgebäude neues Leben eingehaucht wird. Nach diversen Arbeitseinsätzen hat sich der Innenraum gemausert. Die Wartehalle ist bereits fertig, vom bröckeligen Putz keine Spur mehr. Wo Anfang des Jahres ein Malergerüst platziert war, stehen nun Bierbänke und Tische. Auch die Toilette funktioniert wieder.

Bahnhofsgebäude in Trebbin...Bildvergrößerung

Bahnhofsgebäude in Trebbin…

„Wir würden gerne mehr machen, aber da wir alles ehrenamtlich machen, schaffen wir nur die Hälfte von dem, was wir eigentlich vorhaben“, sagt Paula Valderrama von der Initiative. Und die Neugier steigt, was in dem Haus noch alles passieren wird. „Für den Bahnhof und das Bahnhofsgelände gibt es großes Interesse“, freut sich Initiativen-Mitglied und Stadtverordnete Uta Klag (Unabhängige Freie Wähler).

In Kürze sollen Trebbiner und Touristen sehen, wie sich der Bahnhof in den vergangenen Monaten verwandelt hat. „Wir wollen den Bahnhof in der Festwoche zur 800-Jahr-Feier öffnen“, sagt Uta Klag. Bei dieser Gelegenheit wollen die Organisatoren einen kleinen Markt mit regionalen Produkten und den Jubiläumsartikeln der Stadt veranstalten. Bisher ist der offene Bahnhof vom 14. bis 16. Juni geplant. Die TUT-Mitglieder wollen aber die gesamte Festwoche Einblicke in das Objekt gewähren. Dafür werden noch Freiwillige gesucht, die die Organisation und Gästebetreuung unter der Woche übernehmen.

Ab übernächster Woche wird der Bahnhof auch regelmäßig geöffnet sein. Über die Diakonie wird zum 1. Juni eine Mitarbeiterin eingestellt, die dort im Rahmen eines Projekts arbeiten wird. So kann das Gebäude täglich bis zu fünf Stunden geöffnet werden. Die Mitarbeiterin wird sich in dieser Zeit auch um den Aufbau einer Bücherecke und einer Kleidertauschbörse kümmern. (Von Nadine Pensold)

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In Trebbin sollen sich ehrenamtliche Initiativen vernetzen, um die Zukunft der Stadt zu gestalten

TREBBIN 23.03.2013 – Der Titel bleibt abstrakt, was dahinter steckt, wird dafür zunehmend greifbarer. Die Rede ist von „Trans in Form“ (TIF). Dabei geht es um ein EU-Projekt, das Städten in Metropolregionen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und die Abwanderung der Bevölkerung in die Hauptstädte vorbereiten soll. Trebbin ist als einzige deutsche Kommune bei dem Modellprojekt für Stadtentwicklung dabei.

Donnerstag lud die Stadtverwaltung zur Zukunftswerkstatt ins Clauerthaus, um TIF auf die nächste Stufe zu heben. Nun sind die Bürger gefragt. Mehr als zwei Dutzend kamen, um mitzumachen. Bürgermeister Thomas Berger (CDU) hatte sich mehr gewünscht – der Abend brachte dennoch fruchtbare Diskussionen und engagierte Einwohner an einen Tisch.

„Wenn wir weitermachen, wie bisher, müssen wir mit einem Bevölkerungsrückgang von 15 Prozent bis zum Jahr 2020 rechnen“, zitierte Berger aus einer Studie. Man müsse jetzt Konzepte finden, mit denen man die Attraktivität von Trebbin für Junge, Ältere und Familien steigern sowie dafür sorgen kann, dass neue Menschen hierher ziehen.

Dass Trebbin bereits einiges zu bieten hat, konnte Ulrike Herrmann bestätigen. Die Geschäftsführerin des Zossener Marktforschungsinstitut HMW hatte 2012 eine Interview-Studie durchgeführt, um die Situation und Chancen der Stadt zu zeigen. Ihr Ergebnis: Es gibt viel Potenzial. Jedoch ist viel davon noch nicht bekannt.

Unter den befragten Trebbinern stellte sie eine hohe Zufriedenheit bei der Gesundheitsversorgung, der Wohnsituation sowie im Bereich Bildung und Betreuung fest. Verbesserungsbedarf attestiert die Studie allerdings beim Nahverkehr zwischen den Ortsteilen und beim Wir-Gefühl der Trebbiner.

„Wir müssen an unserer eigenen Identität arbeiten“, betonte Berger. Eine Möglichkeit dafür: die Geschichten um Hans Clauert. Die Stadt hat bereits beantragt, dass sich Trebbin bis zur 800-Jahr-Feier offiziell Clauertstadt nennen darf. Damit sich die Menschen in Trebbin besser begegnen können, will sich Berger zudem auf das Stadtbild konzentrieren. „Es geht vor allem darum, Kommunikationsplätze zu schaffen.“ Man habe zum Beispiel viel Geld in die Umgestaltung des Marktplatzes gesteckt. „Er muss aber auch mit Leben gefüllt werden.“

Beim Thema Stadtentwicklung soll und will auch die Jugend mitreden. Die 13-jährige Celine war zur Zukunftswerkstatt gekommen, um ihr Anliegen zu formulieren: „Ich will, dass der Denkmalplatz verändert wird. Es ist wichtig, dass wir einen Ort haben, an dem wir uns treffen können.“ Vor allem geht es den Oberschülern um eigene Sitzgelegenheiten, damit man sich mit älteren Einwohnern nicht in die Quere kommt. „Wir würden das auch selber in die Hand nehmen und die Bänke selbst zusammenbauen“, sagte der Oberschüler Steven Paschke.

Die Bereitschaft der Bürger mit anzupacken stellte auch Ulrike Herrmann bei ihrer Untersuchung fest. „Es fehlt aber ein Gesamtziel.“ Sie empfahl der Stadt, ein klares Profil zu erarbeiten. Der Bürgermeister will bei TIF aber lediglich in die Rolle des Koordinators schlüpfen. „Ich möchte nicht, dass die Stadt jetzt Prioritäten festlegt. Die Initiativen sollen selbst entscheiden, wie sie vorgehen.“ Für Berger ist TIF „kein Aufgabenkatalog“.

Die ersten Mitspieler für das neue Miteinander in Trebbin sind längst aktiv – dazu gehören die Ausbildungsinitiative des Gewerbeverbands und die Initiative „Trebbin und Thyrow im Wandel“, die sich mit der Wiederbelebung des Bahnhofs befasst. Weitere Ideen wurden bereits am Donnerstag formuliert – zum Beispiel die Schaffung eines Öko-Dorfs oder eines Energie-Lehrpfads. „Die Wahl, wo man sich da beteiligen will, wird ja fast zur Qual“, sagte einer der Zuschauer. (Von Nadine Pensold)

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Trebbiner gehen gegen Zerstörungswut am Bahnhof vor

TREBBIN 10.11.2012 – Kaputte Scheiben, beschmierte Fahrpläne, ein demolierter Aufzug – der Zustand auf dem Trebbiner Bahnhof ist traurig. An den Metallwänden des noch intakten Lifts zeugen Putzstreifen von der letzten Säuberungsaktion. Wie lange die Fläche unbeschmiert bleiben wird, ist unklar. Es ist eine Sisyphusarbeit. Stetig kommen neue Schäden hinzu: Kürzlich mussten zerstörte Lampen am Treppenabgang erneuert, ein eingeschlagener Informationskasten ersatzlos abmontiert werden.

Die Situation bewegt die Gemüter: „Ich schäme mich jedesmal, wenn ich auf den Bahnhof gehe“, sagte Peter Blohm (CDU) in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung. Das Thema hatte Hendrik Bartl (parteilos) zur Sprache gebracht. Er regte erneut eine Videoüberwachung auf dem Gelände an.

Bürgermeister Thomas Berger (CDU) würde das lieber heute als morgen in die Tat umsetzen. Doch die Sache scheitert am Datenschutzbeauftragten des Landes. „Wir dürften nur die Fassade des Bahnhofsgebäudes filmen, aber nicht das Drumherum“, so Berger. Auf dem Gelände könne nur die Deutsche Bahn Kameras installieren. Dennoch sieht Berger Fortschritte durch den Einsatz von Sicherheitspartnern und Polizeipräsenz. „Das ist noch nicht der Idealzustand, aber wir können den Bahnhof nicht rund um die Uhr überwachen.“

„Wir dürfen den langen Atem nicht verlieren“, sagt Uta Klag, Stadtverordnete der Unabhängigen Freien Wähler und Mitglied der Initiative „Trebbin und Thyrow im Wandel“. Auch sie ist verärgert: In die von der Initiative angelegten Gemüsebeete wird Müll geworfen, Graffiti sind selbst in den Räumen des Bahnhofs zu finden. Die Initiative will nun vehement gegen die Zerstörungswut vorgehen und hat bereits ein Zeichen gesetzt: Vor zwei Wochen haben etwa ein Dutzend engagierte Einwohner zu Farbrollen und Werkzeug gegriffen, um das Innere des Gebäude auf Vordermann zu bringen. Der Märkisch Wilmersdorfer Malermeister Stefan Behrens hatte bereits Tage zuvor begonnen, der Wartehalle einen frischen Anstrich zu verpassen. Bei der Renovierungsaktion wurde zudem geputzt, Holz abgeschliffen und alte Kabel wurden entfernt.

In den Nebenräumen kann man unter dem Staub vergangener Zeiten einen alten Dielenfußboden erahnen. „Gutachter sagen, dass der nicht mehr zu retten ist, wir wollen es trotzdem versuchen“, sagt Klag. Zwischen Weihnachten und Silvester soll es einen weiteren Arbeitseinsatz geben. Schon im Januar könnten die Räume für einen ersten Filmabend genutzt werden.

Berger begrüßt den Einsatz der Trebbiner. Er glaubt, dass ein belebter Bahnhof die Situation entschärfen wird. „Ich habe die Hoffnung, dass die Schamgrenze steigt, etwas zu zerstören.“ Mittlerweile hat der Bürgermeister sogar eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf die Identität der Schmierfinken ausgelobt. „Irgendwann werden unsere Kontrollmechanismen am Bahnhof auch so hoch sein, dass sich jeder warm anziehen kann, der da Schaden anrichten will.“ (Von Nadine Pensold)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12421560/61939/Trebbiner-gehen-gegen-Zerstoerungswut-am-Bahnhof-vor-Das.html

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Scharf auf junges Bahnhofsgemüse

Wer in Trebbin aus dem Zug steigt, der kann sich an Blumen- und Salatbeeten satt sehen – und essen

TREBBIN 30.08.2012- Paula Valderrama braucht weder Reisetasche noch Fahrkarte, wenn sie zum Bahnhof geht. Gepäck hat die 39-jährige Trebbinerin dennoch dabei: eine Gießkanne, Gartenhandschuhe und eine Harke. Am Rande des Bahnsteigs jätet sie Unkraut und freut sich über einen prächtig gedeihenden Kürbis, dessen grünes Geflecht sich kunstvoll durch den Metallzaun schlängelt.

Seit gut vier Monaten wachsen in kleinen Beeten rund um den Bahnhof Tomaten und Chilis, Sellerie und Zucchini, Paprika und Feldsalat. Nach einer Erklärung dafür suchen Pendler und Einheimische aber vergeblich. Kein Schild. Kein Hinweis. Nur knackiges Gemüse.

„Die Überraschung ist gewollt“, sagt Uta Klag, Stadtverordnete der Unabhängigen Freien Wähler. Sie gehört zusammen mit Paula Valderrama und derzeit fünf anderen Mitgliedern einer neuen Initiative an, die hinter dem Gärtnerprojekt steckt. „Stadt und Land im Wandel – Trebbin-Thyrow im Wandel“ heißt das Grüppchen, das sich zum Ziel gesetzt hat, öffentliche und zentrale Flächen mit Gemüse und Blumen zu besetzen.

Ein Phänomen, das mancher aus Berlin kennen mag. Dort pflanzen Unbekannte Blümchen auf Verkehrsinseln und graue Flächen – Guerrilla-Gärtner nennt man sie gerne. Die Trebbinerinnen arbeiten aber nicht inkognito. „In einer so kleinen Stadt wie Trebbin geht das nicht. Wir haben den Bürgermeister um Erlaubnis gefragt“, erzählt Paula Valderrama. „Eine Guerilla-Taktik ist das allerdings nicht.“

Den Gärtnerinnen geht es dabei nicht nur um das Aufhübschen des Bahnhofsgeländes. Der Gemeinschaftsgarten ist ein Anfang, um einer großen Idee Leben einzuhauchen: Durch lokale Aktionen wollen sie auf globale Probleme wie den Klimawandel und Ressourcenknappheit aufmerksam machen. Um das in einem organisierten Netzwerk zu erreichen, haben sich die Trebbiner dem Projekt „Transition Town“ (s. Kasten) angeschlossen.

Die Mitglieder der Truppe wollen vor Ort für nachhaltigen Konsum, die Energiewende und den Umweltschutz werben. „Wir wollen eine demokratische Debatte anstoßen“, sagt Klag. Dabei sollen Filmabende und Diskussionen helfen. Einen Platz für solche öffentlichen Veranstaltungen haben die beiden Frauen schon im Blick: das alte Trebbiner Bahnhofsgebäude. Da die Sanierung des Hauses aber von städtischer Seite auf Eis liegt, will die Initiative im September einen Förderverein gründen, um Geld für die Umgestaltung der Wartehalle und eines Gemeinschaftsraumes zusammenzutragen.

Zumindest vor dem Backsteingebäude können die Frauen schon jetzt aktiv sein. Im Mai hatten sie Schotter und Unkraut aus den heutigen Beeten entfernt und Erde aufgeschüttet. „Das war schwere körperliche Arbeit, um die Fläche urbar zu machen“, erinnert sich Uta Klag. Das Projekt hat seither einiges Aufsehen erregt.

Viele Trebbiner, inklusive die Stadtverwaltung, haben an der Idee aber mittlerweile Gefallen gefunden: Eine Gärtnerei hat Pflänzchen gespendet, die Erde hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt und das Wasser für die Pflanzen stiftet ein Nachbar. Ab und an kommt aber ein Unbekannter mit der Gießkanne zuvor, erzählt Klag amüsiert: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Beete auch gegossen werden. Ich weiß aber nicht, von wem.“

Was aber passiert mit dem Gemüse? Das wird dankbar angenommen und verputzt, wie ein Blick ins Beet beweist. Die reifen Zucchinis sind längst verschwunden, andere Passanten haben Cocktailtomaten oder Sellerie genascht. So soll es sein, freut sich Uta Klag, es soll eine „essbare Stadt“ entstehen. Und da darf jeder pflanzen und säen, ernten und pflücken, wie es ihm beliebt. Die Früchte dieser Aktion gehören der Allgemeinheit.

Ums Essen allein geht es nicht im Gärtnerprojekt, die Trebbiner sollen in Kontakt mit der Umwelt und den Mitmenschen kommen. Klag und Valderrama versprechen sich einen regen Austausch zwischen Jung und Alt in Sachen Beete anlegen, Gemüse pflanzen und Ernte verarbeiten. „Die Jungen haben das ja verlernt oder gar nicht erst gelernt“, sagt Paula Valderrama. Für ältere Bürger sei eine nachhaltige Lebensweise auch selbstverständlicher. „Wir sind dagegen mit viel Überfluss aufgewachsen.“ (von Nadine Pensold – MAZ)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12384932/61939/Wer-in-Trebbin-aus-dem-Zug-steigt-der.html

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